Asien ist der Kontinent der Superlative. Er bedeckt ein Drittel der Erdoberfläche mit über 44 Millionen Quadratkilometern und ist mit über 4 Milliarden Menschen der mit Abstand bevölkerungsreichste Erdteil. Erkunden Sie zu Fuß das Ural-Gebirge im Nordwesten über Kleinasien bis zur Arabischen Halbinsel im Süden. Oder entdecken Sie entlegene Gebiete in Ozeanien oder den südlich gelegenen Kontinent Australien.

Der Hokkaido Nature Trail führt den Wanderer durch den Norden Japans und zeigt die unberührte Schönheit des Landes, wie sie nur noch hier zu finden ist. Durch weitläufige Nationalparks und schneebedeckte Berge lässt sich auf dem längsten Fernwanderweg Japans eine neue Seite des Landes aus einer besonders ursprünglichen Perspektive entdecken.

Durch die vulkanischen Ursprünge Japans befinden sich auf Hokkaido zahlreiche heiße Quellen, die zum Entspannen nach einer langen Wanderetappe einladen und zudem eine heilende Wirkung auf Körper und Geist zeigen. Entlang des Nature Trails kann in Berghütten sowohl die Nacht verbracht als auch etwas typisch japanisches gegessen werden.

Überblick

Beim Hokkaido Nature Trail handelt es sich um einen vom japanischen Umweltministerium im Jahr 2003 geplanten und aktuell noch im Bau befindlichen Fernwanderweg über die nördlichste Insel Japans. Nach seiner Fertigstellung soll der Hokkaido Nature Trail 4.585 Kilometer lang sein und als nördlichstes Ende eines 26.000 Kilometer langen Fernwanderwegnetzes durch ganz Japan dienen. Es wird sich um den längsten Naturerlebnispfad Japans handeln, den man auf einer mittelschweren Wanderung mit Rucksack in 230 Tagen komplett bewandern kann. Zum jetzigen Zeitpunkt sind nur Teilstrecken fertig und begehbar, doch der Naturerlebnispfad soll in vollendetem Zustand durch Flachland und Berge quer durch Hokkaido führen und dem Wanderer so die Natur, Kultur und Geschichte Japans näherbringen und das Bewusstsein für Naturschutz stärken. Insgesamt führen einmal 23 thematische Routen mit verschiedenen Schwierigkeitslevels durch Hügel, Wälder, Sümpfe und über Felder.
Es gibt einige Dinge, die sich auf jeden Fall im Rucksack befinden sollten, wenn man diese Wanderung antritt. Dazu gehören neben einer Schlafunterlage und Insektenschutzmittel auch Ohrstöpsel, um in den Hütten entlang des Weges eine erholsame Nacht zu verbringen. Auch sollte man sich vor der Wanderung Gedanken um Methoden zur Wasseraufbereitung machen und ausreichende Mengen Bargeld mitführen, um seine Reise zu finanzieren. Unter Umständen kann es auch hilfreich sein, mit Essstäbchen umgehen zu können, um vor Ort mit den Anwohnern zu essen. Für einen Besuch in den heißen Onsen der vulkanischen Insel empfiehlt sich ein kleines Handtuch als Kopfunterlage zum Entspannen. In einigen der Nationalparks der Insel findet sich eine breite Population an Braunbären, beim Durchwandern der Bärengebiete ist es ratsam, durch Bärenglocken am Rucksack oder lautes Reden auf sich aufmerksam zu machen und Bärenspray mitzuführen.

Allgemeine Reiseinformationen

Wegstrecke & Route

Kartenansicht

Highlights

Sapporo ist die fünft größte Stadt Japans und die nördlichste Metropole des Landes. Der Name "Sapporo" ist ein Überbleibsel der Ureinwohner Hokkaidos, den Ainu, die in der Ebene, in der die Stadt heute liegt, jagten und so der Hauptstadt Hokkaidos ihren Namen gaben. Die Stadt ist relativ jung und sehr akribisch und großzügig im Schachbrettmuster geplant. Durch die vielen Grünflächen gilt Sapporo als sehr lebenswerte Stadt. Die Sehenswürdigkeiten Sapporos sind der alte Fernsehturm, der Uhrenturm, das alte Rathaus und die alte Sapporo-Brauerei, darüberhinaus ist für deutsche Besucher auch noch ein traditionell bayrischer Maibaum sehenswert, der als Zeichen der Städtepartnerschaft Sapporos mit München dient, die seit den olympischen Spielen 1972 besteht. In diesem Jahr fanden die olympischen Sommerspiele in München und die Winterspiele in Sapporo statt. 


Eines der berühmtesten Fototmotive Hokkaidos sind die Blumenfelder der Tomita Farm in der Stadt Furano, an der der Hokkaido Nature Trail vorbei führt. Die Blütenpracht auf den weitläufigen Feldern erstrahlt von Frühling bis Herbst in wechselnden Farben. Besonders bekannt ist die Farm für ihre Lavendelfelder, die im Juli in voller Blüte stehen. Insbesondere an Wochenenden und in den japanischen Ferien ist die Farm gut besucht, wer also in Ruhe die Blütenpracht vor dem Hintergrund der Kulisse der schneebedeckten Gipfel des Daisetsuzan-Nationalparks genießen möchte, sollte die Blumengärten unter der Woche besuchen. Auf der Farm gibt es neben den Feldern außerdem ein Museum, eine Destillationsanlage für ätherische Öle der Lavendelpflanzen, ein Fotostudio, einen Souvenirshop und ein Cafe.  


Der Akan Nationalpark ist der zweitgrößte Nationalpark Hokkaidos und liegt in einem Gebiet, das durch vulkanische Krater, Wälder und heiße Quellen geprägt wird. Außerdem ist er bekannt für seine vier kristallklaren Seen, die durch heiße Quellen stellenweise selbst im Winter zu einem Bad einladen. Die beiden bekanntesten Seen sind der Akan-See und der Mashu-See. Der Nationalpark ist berühmt für die Mandschurenkraniche, die sich dort jedes Jahr zur Paarungszeit versammeln. Der Balztanz dieser schwarz-weißen Kraniche lockt zahlreiche Besucher an und ist Jahr für Jahr ein besonderes Spektakel. Bei der Urbevölkerung Japans gelten die Tiere als Todesbote und Symbol des ewigen Lebens, im Rest Japans werden Kraniche als Zeichen des Glücks und der Langlebigkeit verehrt.


Aktuell ist der Naturerlebnispfad dort noch nicht ausgebaut, doch die im Osten gelegene Halbinsel Shiretoko mit dem gleichnamigen Nationalpark ist definitiv einen Besuch wert. Nur drei Viertel der Halbinsel sind durch Straßen und Wege erschlossen, das nördlichste Stück kann nur durch eine mehrtägige Wanderung erkundet werden. Der Name der Halbinsel bedeutet übersetzt "vorstehendes Land", was die Abgeschiedenheit der länglichen Halbinsel perfekt beschreibt. Aufgrund dieser abgeschotteten Lage findet sich dort heute ein einzigartiges Ökosystem im ursprünglichsten Nationalpark der Insel, der eine große Population an Braunbären, Wild und Füchsen beherbergt. Shiretoko zählt seit dem Jahr 2005 zum Weltkulturerbe, jede Bewanderung des nördlichen Teils der Halbinsel muss im Vorfeld bei den Behörden angemeldet werden. 

Weitere Informationen

Video

Hiking on Hokkaido, Japan´s northern island, Spieldauer 2:41, Englisch

Autor: Theresa Drossel